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    21.04.2017 - 150 Jahre retten, bergen, löschen, schützen

    Am Freitag, den 24. März feierte die Abteilung Grötzingen der Freiwilligen Feuerwehr Aichtal ihr 150-jähriges Jubiläum. Der Festakt in der Mehrzweckhalle in Grötzingen war gut besucht. Zu Gast waren unter anderem eine Abordnung der Feuerwehr aus Grötzingen bei Karlsruhe und auch aus den Partnerstädten Ligny-en-Barrois in Frankreich und Sümeg in Ungarn.

    Bürgermeister Lorenz Kruß begrüßte als erstes das Publikum. Er wies darauf hin, dass sich die Feuerwehr in den letzten 150 Jahren einem Wandel unterzogen habe. So sei man von der reinen Brandbekämpfung hin zu Hilfeleistungen aller Art gekommen. Was allerdings nach wie vor unveränderlich sei, sei die Freiwilligkeit, also das Ehrenamt. „Ich bin dankbar dafür, dass es schon vor 150 Jahren Menschen gab und heute immer noch gibt, die sich freiwillig in den Dienst der Allgemeinheit stellen. […] Mit Ihrer Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, heben sich ehrenamtlich Tätige in ihrer Bedeutung für die Gesellschaft heraus. Das macht sie zu Vorbildern." Viel Übung mit hohem Zeitaufwand und Idealismus gehören ebenso zu diesem Ehrenamt, wie die Bereitschaft seine eigene Freizeit für die Sicherheit der anderen zu opfern und das rund um die Uhr. Er hob auch die Kameradschaft hervor. Man könne sich aufeinander verlassen und sei füreinander da. „Das ist unglaublich viel wert, im Grunde genommen unbezahlbar." Das Engagement reicht vom Städlesfest über das Sommerferienprogramm hin zur Landschaftspflege. Auch an die Rettungsdienste und die unterschiedlichen Abteilungen Jugendfeuerwehr, Spielmannszug sowie die Altersabteilung sprach Kruß ein dickes Kompliment aus.

    Auf die Geschichte der Brandbekämpfung ging der nächste Redner, Abteilungskommandant Christian Eichenhofer, ein. Schon in der Steinzeit, als das Feuer „entdeckt" wurde, sei das Feuer eine zweischneidige Sache gewesen. Zum einen strahlte es Wärme aus und Leben, zum anderen eben auch Gefahr. So hatten auch schon die Ägypter 1800 vor Christus Brandschutzmaßnahmen. Zur Zeit Napoleons gab es einen Wendepunkt, der darin bestand, dass Ehrenamtliche den Feuerwehrdienst übernahmen. „Die Feuerwehr passt sich ihrer Umgebung an", auch wenn sich zwei Dinge nicht geändert hätten. Wasser als Löschmittel und Menschen, die sich ehrenamtlich für die Stadt einsetzen und das Feuer bekämpfen. Sie opfern jeder Zeit ihre Freizeit und begeben sich in Gefahr, um andere zu retten. Zum Schluss stellte er seinen Nachfolger Christian Wahl vor, der bei der vorangegangenen Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Aichtal gewählt wurde.

    Weiter ging es mit der Geschichte von der Feuerwehr Grötzingen vorgetragen von Werner Luz.

    Nach einem Musikstück des HHC Grötzingen kam die erste Landesbeamtin des Landratsamts Esslingen, Dr. Marion Leuze-Mohr, zu Wort. Sie lobte das 150-jährige Engagement für andere. „Die guten Taten der tatkräftigen Menschen retten die Welt", sagte sie und freute sich, dass man hilft anstatt wegzusehen und das trotz Gefahr. Auch im Namen des Landratsamts dankte sie für die Motivation an der Arbeit und an den Geist des Anpackens, den sie beibehalten sollten.

    Auf das Motto des Jubiläums - im Alltag Nachbar, im Notfall Helfer - ging der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Aichtal, Jochen Wezel, ein. Dazu zitierte er Erwin Koch: „Der ideale Nachbar ist unsichtbar und unhörbar. Aber jederzeit verfügbar, wenn man ihn denn wirklich mal braucht." Doch wie sehe der ideale Nachbar aus? Man solle füreinander da sein und dass nicht nur im Notfall. So sei auch die Feuerwehr dazu da, präventiv auf Gefahren hinweisen, beim Umweltschutz, der Absturzsicherung und der Denkmalpflege mitzuwirken, sowie technische und Erste Hilfe zu leisten. Große Themen, die nun anstehen seien, ein neues Fahrzeug und die Findung eines geeigneten Standorts für das Feuerwehrgerätehaus.

    Bernd Müller, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Esslingen-Nürtingen, eröffnete seine Ansprache damit, dass er darauf hinwies, dass Feuer die größte Reaktion im Hirn auslöse. Das menschliche Leben sei nach wie vor ohne Feuer nicht möglich. Dennoch gelte: „Wer vor Feuer schützt, schütze das Leben!" Heute sei es eine Selbstverständlichkeit, dass über 112 schnell, kompakt und zuverlässig Hilfe geboten wird und das wohlgemerkt rund um die Uhr. Er sieht aber auch die Probleme. Der Zeitaufwand, den ein Engagement bei der Feuerwehr mit sich bringe sei hoch und auch durch den demografischen Wandel sei es mit dem Nachwuchs nicht ganz so gut bestellt.

    Von der Feuerwehr aus Grötzingen bei Karlsruhe wurde ein passendes Bild „Feuersbrunst mit Pferden" überreicht. Der Bürgermeister von Ligny-en-Barrois, Jean-Claude Rylko, bedankte sich mehrmals für die Gastfreundschaft und überreichte Köstlichkeiten aus Frankreich. Aus der anderen Partnerstadt Sümeg in Ungarn kam eine kurze Rede auf Deutsch gehalten von der Notarin Dr. Kiss Csilla Magdolna. Ebenso zollte der TSV Grötzingen in Vertretung der Grötzinger Vereine seinen Respekt.

    Vor dem Buffet gab es noch eine Premiere. Der Spielmannszug spielte mit dem HHC einige Stücke. So ergab sich ein rundum gelungener Abend.




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