150 Jahre Feuerwehr Grötzingen

Im Alltag Nachbar - Im Notfall Helfer


Aus dem Jahr 1867 stammen Aufzeichnungen, die den Beginn des organisierten Feuerlöschwesens in der ehemaligen Stadt Grötzingen belegen.

Heute - 150 Jahre später - steht die Abteilung Grötzngen der Feuerwehr Aichtal in dieser Tradition und feiert ihr Jubiläum!

Bereitet man sich auf ein solches Ereignis vor, beschäftigt man sich zwangsläufig mit der Geschichte der Brandbekämpfung bis zu ihren Anfängen.

Der Anfang findet sich in der Steinzeit, als das Feuer als Spender für Licht und Wärme entdeckt wurde. Tief in unseren Genen verankert steht bis heute die Farbe des Feuers, Rot, für Wohlbefinden und wird als sehr angenehm empfunden.

Bald war aber auch klar, dass Feuer eine zerstörerische Wirkung auf Mensch, Tier und Umwelt entwickeln kann und deswegen auch hier Maßnahmen zur Sicherung eingeführt werden müssen.

Unsere kurze Zeitreise beginnt in der Vorzeit wo die Bauten der Menschen noch relativ isoliert da standen. Ein Brand betraf meist nur die einzelnen Behausungen und nicht die ganze Siedlung.          Wenn überhaupt wurden Brände nur von einzeln agierenden Menschen spontan bekämpft. Eine organisierte Brandbekämpfung gab es nicht.

Aber schon die alten Ägypter hatten erste Maßnahmen gegen Schadensfeuer ergriffen. Eine Bauordnung zum Schutz vor Feuer wurde etwa 1800 Jahre v. Chr. erlassen.  600 Jahre später wurden Brandereignisse in einem jährlichen Bericht dokumentiert. Eine wichtige Erfindung für die Brandbekämpfung wurde ebenfalls  einem Ägypter zugeschrieben : Ctesibios aus Alexandria entwickelt schon 250 Jahre vor Christus die zweizylindrige Kolbenpumpe zur Förderung von Wasser.

Im alten Rom wurden erst 600 Sklaven für das Feuerlöschwesen eingesetzt. Später, infolge eines größeren Brandes , wurden 7 Wachkohorten von jeweils bis zu 1200 Mann von Kaiser Augustus aufgestellt.

Im laufe der Jahrhunderte wurde die Organisation, Technik und Ausrüstung stets verbessert.

Im Mittelalter wurden Bauordnungen erlassen.

Gemeinden wurden verpflichtet einen Brandschutz aufzubauen.

Ein Wendepunkt im Feuerlöschwesen war wohl ein Dekret, dass Napoleon 1811 für Paris erlassen hat. Der Gedanken, dass freiwillige, ehrenamtliche Helfer unter straffer militärischer Organisation den Brandschutz übernehmen sollen war wegweisend und auch Vorbild für deutsche Städte.

Der Begriff „Feuerwehr“ entstand 1847 beim berühmten Brand des Karlsruher Hoftheaters. Die Ortswehr aus Durlach, die hauptsächlich aus Mitgliedern des Turnvereins bestand, stach bei diesem Brand durch Qualität in der Brandbekämpfung hervor. Löschangriffe über Hakenleitern läutete eine neue Vorgehensweiße bei Brandereignissen ein. Ab jetzt wurde sich aktiv gegen das Feuer gewehrt.

Nach der deutschen Revolution 1848/49 nahmen unzählige Gemeinden und Städte die Aufgabe der Brandbekämpfung in ihre eigenen Hände. So auch geschehen in Grötzingen im Jahr 1867. 

Der Begriff „Feuerwehr“ steht bis heute für Qualität. Seit 150 Jahren passt sich unsere Feuerwehr ihrer Umgebung an. Wohnungsbrände  sowie unterschiedlichste Gefahrgüter auf unseren Straßen erfordern umfangreiche Atemschutztechnik und Schutzbekleidung. Einsätze im Bereich der technischen Hilfeleistung nehmen kontinuierlich zu und fordern stetige Anpassung  der Einsatzkräfte und die ihrer Einsatzmittel.

Zwei Dinge sind es aber, die seit Jahrtausenden gleich geblieben sind. Von den Anfängen der Branbekämpfung bis heute ist Wasser das häufigst eingesetzte Löschmittel Doch viel wichtiger noch; es sind seit Ewigkeiten Menschen, die Feuer bekämpfen:

Menschen, die freiwillig zum Schutz ihrer Mitbürger Ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen.

Menschen, die sich für Ihre Gemeinde engagieren, die Ihre kostbare Freizeit für Fortbildungen und Übungen opfern.

Menschen, die zu jeder Tageszeit bereit sind, sämtliche Gefahren für unsere Gemeinschaft abzuwehren.