
"Den Wettbewerb der prächtigsten und größten Feuerwehrhäuser im Lande können und wollen wir nicht gewinnen", stellte Bürgermeister Klaus Herzog am Samstag in seiner Rede zur offiziellen Inbetriebnahme des neuen Feuerwehrmagazins in Aich fest: " Gäbe es aber einen Preis für solche Gebäude, die funktionsgerecht in enger Zusammenarbeit zwischen Stadt, Feuerwehr und Planern entstanden, dann bräuchten wir uns wahrhaftig nicht zu verstecken."
Rund 220 Gäste feierten zusammen mit der Aicher Feuerwehr das neue Gebäude. Unter den Gästen war neben den Stadträten, Mdl Ulrich Noll, Architekt Jörg Weinbrenner und Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich auch eine Delegation der Feuerwehr aus Aichtals französischer Partnerstadt Ligny mit Bürgermeister Jean-Francois Muel.
Die bisherige Unterkunft im Rathaus sei weder funktionell unr zweckgemäß noch ausreichend und zeitgemäß gewesen, stellte Bürgermeister Herzog weiter fest. Untermauert wurde die Erkenntnis durch ein Organisationsgutachten, dass ebenfalls aufzeigte, wie notwendig auch in Zukunft für Aichtal drei Feuerwehrabteilungen sind.
Im März 2005 erfolgte der erste Baggerbiss. Vier Monate später wurde Richtfest gefeiert. "Leider gelang es nicht, das Magazin wie geplant bis zum Jahresende 2005 fertigzustellen", bedauerte der Rathauschef, und Abteilungskommandant Walter Kuhn brachte es auf den Nenner: Betrachte man im Handwerk mit Billiganbietern und Subunternehmern aufträten, so könne so mancher Euro gespart werden, wenn anders ausgeschrieben werden dürfte.
Während über den Rohbau nur Positives berichtet werden könne, seien bei den restlichen Gewerken dann die ersten Verzögerungen zustande gekommen, so Kuhn. Wobei die meisten Handwerker solide Arbeit geleistet hätten. Ähnlich sieht es Feuerwehrkommandant Albert Fritz, der ebenso erlebte, dass die kommunale Vergabeordnung einem in manchen Bauabschnitten fast zur Verzweiflung bringen könne, wie er sagte. Er dankte dem Architekturbüro Weinbrenner uns Single und den am Bau beteiligten Handwerkern. Sein Lob ging weiter an die Kameraden und Walter Kuhn, der sich als Abteilungskommandant mehr als üblich in das Bauvorhaben eingebracht habe.
Mit vier Fahrzeugboxen, einer Waschbox, einem Jugendraum für die stadtteilübergreifende Jugendfeuerwehr und einem separaten Büro für den Kommandanten der Gesamtwehr ist das Magazin ein stattliches Gebäude geworden. Laut Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich eine würdige Unterkunft für die Wehr an einem optimalen Standort. Dabei unterstrich er, die Stadt nehme den Faktor Sicherheit ernst, denn Aichtal sei die erste Gemeinde im Kreis, die so ein Organisationsgutachten in Auftrag gegeben habe. Deshalb bedauerte er ein wenig, dass sich 2004 die Förderrichtlinien änderten und das Magazin nicht mehr nach Quadratmeterzahl, sondern nach den Stellplätzen gefördert wurde. (..) Am 20. Mai zog die Aicher Wehr in ihr neues Gebäude ein.
Architekt Jörg Weinbrenner stellte in seiner Rede fest: "Gute Arbeit kann nur entstehen, wenn die Chemie stimmt", und erkannte, hier habe die Chemie durchaus gestimmt. Auch er sprach sich dafür aus, die örtlichen Handwerker zu stärken.
Anschließend segneten der evangelische Pfarrer Hartmut Mildenberger und sein katholischer Kollege Benjamin Hoch das neue Feuerwehrhaus. Umrahmt wurde das Programm durch die Schüler der Musikschule Neckartailfingen. Danach heizten die Band "Sunshine Musik" und vier Albhornbläser aus Aichtal die Stimmung ein.
Am Sonntag veranstaltete die Aicher Feuerwehr einen Tag der offenen Tür - und bot damit die Gelegenheit für alle Interessierten, einen Blick in das neue Magazin zu werfen, sich von der Architektur und der Ausrüstung zu überzeugen oder einfach bei gutem Essen und musikalischer Unterhaltungdurch den Spielmannszug Grötzingen und den Musikverein Aich gemütlich zusammenzusitzen.
Quelle: Stadtverwaltung Aichtal